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Hannah - Weiber es isch Zeit (VÖ: 13.09.2013)

04.08.13 - 07:30 (Kategorie: Volksmusik)


Alles im Leben hat zwei Seiten. Das ist in der Natur so, in der Philosophie und natürlich auch in einem Künstlerleben. Reden wir von Hannah, der bildschönen Austropop-Sängerin aus Tirol. Auch sie hat zwei Seiten, schon optisch. Auf der einen Seite blonde, sanft fallende Haare, auf der anderen Seite ein Undercut mit Tattoo des Tiroler Adlers auf der Kopfhaut. Dann singt sie Lieder mit zwei Seiten: Auf der einen Seite rockige, kernige Kracher und auf der anderen Seite ruhige, gefühlvolle Balladen, die eigentlich nur die Tiroler Mundart davon abhält kitschig zu werden. Und dann hat sie da Fans vor der Bühne stehen. Auf der einen Seite Männer. "Die mögen meine Musik, und bestimmt auch die äußere Hülle." Und auf der anderen Seite Frauen. "Die wollen meistens auch wissen, was dahinter steckt." Die musikalische Offenbarung gibt's jetzt. "Weiber es isch Zeit" heißt das neue - ihr zweites - Album. Es erscheint am 7. August bei Ariola (Sony Music).



Ob sie diesen Titel - "Weiber es isch Zeit" - als Provokation meint? Zeit wofür? Ist Hannah Feministin? "Na, goar net! Ich bin eigentlich ganz traditionell und konservativ. Aber mein Leben hat mich geprägt, und davon sing ich." Es gibt den Schlachtruf "Mander es isch Zeit", der auf den Tiroler Freiheitskämpfer und Nationalhelden Andreas Hofer zurück geht; einen, der Stärke und Willenskraft hatte, aber gleichzeitig auch um die Bedürfnisse der Menschen wusste und empathisch war." Es brauchte dringend ein weibliches Pendant für diesen Satz", schmunzelt Hannah, "es ist Zeit der Männerwelt zu sagen, dass wir Weiber zwar stark sind, aber ebenso verletzlich und gefühlvoll." Da sind sie wieder, die zwei Seiten. Hannahs Songs sind handgemacht und authentisch, ihre Stimme ist leicht rauchig und von beträchtlichem Volumen. Und dennoch kommt das Gefühl niemals zu kurz. "Ich versuch alle 'ganz normalen' Gefühle anzusprechen: Trauer, Glück, Liebe und Schmerz. Gefühle, die jeder kennt und die uns alle betreffen." Die erste Single "Zoags mir" war bereits ein Top-10-Erfolg in den Austria-Airplaycharts. Sie bildet den Auftakt des Albums und rollt den Nachfolger-Songs den Teppich aus, die rockig-progressiv sein können ("I halts nit aus") oder rhythmisch und temperamentvoll ("Soll i die Engerl sein", "Weil i bin a Diandl"), einfühlsam ("Jetzt oder nie", "Schön, dass es dich gibt") oder rockig-boarisch ("Die Diandljäger", "Bua nimm dein Huat").



Von den Ängsten einer Mutter ("Wer hat Angst vorm schwarzen Mann") über Liebeskummer und Aufbruchstimmung ("Barfuss"), Erotik ("Liab mi", die Mundart-Neuversion von Elvis Presleys "Love Me Tender") und (Selbst-)Reflexionen ("Wenn man's nimmt, wie's halt kimmt") taucht alles in Hannahs Liedern auf, was man sich unter dem Album einer "starken Frau" vorstellen kann. Wobei sie das nicht von alleine geworden ist; Hannah ist durch die harte Schule des Lebens gegangen. "Der Vater meiner beiden Kinder Noah (8) und Salome (5) ist vor drei Jahren von heut auf morgen verschwunden. Die Karenzzeit war schwer und prägend. In diesen drei Jahren hab ich mir geschworen, dass ich auf eigenen Füßen stehen werde." Mit ihrem Debüt-Album "Es muss aussa" hat sie den ersten Schritt dafür getan. "Das erste Album war wichtig um mich selbst wiederzufinden. Das neue ist deutlich lustiger, temperamentvoller", macht sie den Fans und Beobachtern Lust.



Hannah stammt aus Mils bei Hall in der Nähe von Innsbruck. Ihre unfassbar gute Stimme hat sie unter anderem in der Hannoverschen Powervoice Academy ausgebildet und sich danach jahrelang als Vocal-Coach verdingt. Seit einigen Jahren lebt sie wieder in Österreich und arbeitet mit dem Produzenten Willy Willmann an ihrer Solo-Karriere. "Schon seit meine Kinder geboren waren, hab ich mich selbst immer wieder dabei erwischt, wie ich am Klavier sitz und Lieder in meiner Muttersprache singe. Ich kann mich einfach darin besser ausdrücken als auf Englisch." Und musikalisch passt die Stilistik sowieso. "Ich darf hier in allen Songs so sein, wie ich will." Und auch äußerlich wurde Hannah von Anfang an akzeptiert. Die selbst gestaltete Mode, das Tattoo am Kopf, der Undercut – alles einmalig und unverwechselbar! Dass so eine Frau im Dialekt singt, erwartet nicht jeder. Was gibt ihr das Tirolerische? "Meine Heimat. Ich sing auch gerne hochdeutsch, aber Dialekt bin ich."



Quelle: Ariola

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